Stolpersteine

Drei Stolpersteine für die jüdische Familie Goldmann

 

Alles begann im Jahr 2003/2004, als sich Schüler der Martin-Lutherschule mit dem Projekt „Begegnungen mit den Enkeln der Juden“ beschäftigten, denn diese nahmen den ersten Kontakt mit Beate Voremberg, Tochter von Jakob und Hedwig Goldmann, auf, um über ehemalige jüdische Mitbürger zu forschen.

In diesem Jahr hat sich nun die Projektgruppe, die sich eigentlich mit dem Umbau der Schule beschäftigt, in die Geschichte eingelesen und fand dieses Thema sehr interessant. Die Kinder von Beate Voremberg verweilten schon seit Dienstag in Zella-Mehlis um noch nach weiteren Spuren von ihren Vorfahren zu suchen. Am Mittwoch dem 4. Mai 2016 wurden dann die Gedenksteine für die einstigen Besitzer des Bekleidungsgeschäftes in der Kleinen Bahnhofstraße verlegt.

Vor 80 Jahren wurden die jüdischen Mitbürger Beate, Hedwig und Jakob Goldmann, aus Zella-Mehlis vertrieben. Zuletzt besuchte die einzige Überlebende, Beate Goldmann, ihren früheren Heimatort im Jahre 1988. Beate, Hedwig und Jakob Goldmann, Eltern von Beate Goldmann, mussten 1936 unfreiwillig die Stadt verlassen und siedelten so nach Frankfurt über. Beate floh von dort als junges Mädchen 1938 nach England und später in die USA, wo sie ihren Mann, Henry Voremberg heiratet. Jedoch wurden ihre Eltern 1941, von den Nazis, nach Lodz deportiert. Dort wurde Jakob Goldmann im August 1942 und zwei Jahre später im Juli Hedwig Goldmann ermordet. Nun erinnern an die verstorbenen Goldmanns und ihre Geschichte diese drei Stolpersteine, die vom Künstler Gunter Demnig in die Straße vor dem Geschäft verlegt worden sind. Es sind die ersten Stolpersteine, die es in Zella-Mehlis gibt. Von dem Posaunenchor musikalisch umrahmten Verlegung der Stolpersteine waren Schüler der siebten, achten und neunten Klasse der Lutherschule dabei, gemeinsam mit ihrer Lehrerin, Petra Janschersky, haben sie sich im Vorfeld genauestens über die Familie Goldmann informiert und ihr Leben erforscht. In der Schule haben die Schüler eine kleine Ausstellung über das jüdische Leben in Zella-Mehlis für die Goldmanns vorbereitet. Doch bevor sie sich diese anschauen konnten wurde ihnen auf einen kleinen Spaziergang Wissenswertes über die Heimatstadt ihrer Urgroßeltern erzählt-natürlich alles auf Englisch. So endete dieser Tag mit einem ehrenden Gedenken an die Familie Voremberg.